Adolf Meschendörfer

          

Adolf Meschendörfer

Schriftsteller / Dichter

* Kronstadt * 8.5.1877    † ebd. 4.7. 1963

 

oben:  ein Schattenriss und ein Portrait von ihm, beides von seinem Sohn Harald

Verfasser der „Siebenbürgischen Elegie“ und anderer wichtiger Werke (Gedichte, Romane und Dramen), die sich mit der Geschichte und Kultur Siebenbürgens auseinandersetzt. Er gilt heute als einer der bedeutenden Schriftsteller Siebenbürgens. Er war Vater von Harald Meschendörfer.

Kurzbiographie

Studium der Philologie, Theologie und Philosophie in Straßburg, Wien, Budapest, Heidelberg, Klausenburg und Berlin (1897-1901), Dissertation über Heinrich von Kleist als Prosaschriftsteller (1910). Danach widmete er sich in seiner Heimatstadt dem Lehrerberuf (1926 bis 1940 als Rektor des Honterusgymnasiums), dem er zeitlebens treu blieb. 1940 trat er in den Ruhestand.
1932 wurde Adolf Meschendörfer die silberne Medaille der Deutschen Akademie, 1936 die Ehrendoktorwürde der Universität Breslau und 1957 der Arbeitsorden 1. Klasse der Rum. Volksrepublik verliehen. Er war Mitglied des rumänischen Schriftstellerverbandes (seit 1954).
In der von ihm redigierten Kulturzeitschrift „Die Karpathen“ (1907- 1914) wandte er sich gegen den Dilettantismus in der siebenbürgisch.-deutschen Literatur, forderte die Beachtung strenger künstlerischer Maßstäbe und setzte sich für die kulturelle Zusammenarbeit aller siebenbürger. Völker und Völkerschaften ein. Sein 1908 zum ersten Mal in Fortsetzungen in den „Karpathen“ erschienener Roman Leonore (1920 Buchausgabe, später wiederholt aufgelegt, auch in rumänischer Übersetzung) schildert aus der Sicht eines „nach Siebenbürgen Verschlagenen“ in einer bis dahin in der heimischen deutschen Literatur nicht üblichen kritischen Weise Realitäten aus der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft um die Jahrhundertwende. Siebenbürgische Fragestellungen stehen auch im Mittelpunkt seiner anderen beiden Romane: „Die Stadt im Osten“ (mehrere Auflagen, auch rumänische und ungarische Übersetzung) und „Der Büffelbrunnen“, die, mit z. T. veränderten Darstellungsmitteln  in episch breit angelegten  Handlungsabläufen Geschehnisse aus dem Leben einer deutschen Sprachinsel in der ersten Hälfte des 20. Jh’s festzuhalten versuchen.

In den vierziger Jahren hat Adolf Meschendörfer vorzugsweise Künstlernovellen und Humoresken (Siebenbürgische Geschichten) geschrieben, nach 1944 dichterisch Belangvolles kaum hervorgebracht. Seine Dramatik (Dramen: Abt von Kerz, Michael Weiß; Vogel Phönix) hatte weniger Erfolg, dgl. seine Lyrik (Gedichte, 1930 und 1967), mit Ausnahme seiner Siebenbürgischen Elegie (1927), die zu den bekanntesten Glanzleistungen südostdeutscher Dichtung gehört.
Adolf Meschendörfer veröffentlichte außerdem Vorträge über Kultur und Kunst (1906), literaturkritische und -historische Aufsätze  in  in- und ausländischen Zeitschriften. Mit seinem Gesamtwerk hat er nachhaltig auf die siebenbürgisch-deutsche Literatur des 20. Jh’s gewirkt und deren Entwicklung entschieden gefördert und geprägt.

Eintrag in Wikipedia

Audio: Siebenbürgische Elegie, vorgetragen von seinem Ur-Ur-Enkel Kolja
im Januar 2018


Einige seiner bekannteren  Buchtitel. Die graphische Gestaltung der Buchcover ist von deinem Sohn Harald: