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Die PRIVATE EYE ist eine der wirklich guten englischen politischen Zeitschriften. Lustig, informativ, absolut unabhängig, hintergründig, ironisch, ...

Mit einer üppigen Prise des legendären englischen Sarkasmus recherchiert sie sehr gründlich und schlüssig hauptsächlich Inländisches, aber auch Weltpolitisches. Sie ist kritisch nach allen Seiten; meines Wissens hat sie keine "Lieblinge" - weder in Politik noch Presse -, die von ihren schonungslosen Aufdeckungen und ständigen ironischen Spitzen verschont bleiben. Ihre Markenzeichen sind neben ihrem gnadenlosen Humor und einem gefeilten Sprachstil ein fabelhaftes "Gedächtnis" und eine Kontinuität in thematischer Hinsicht. Hier wird recherchiert und verglichen quer durch alle Zeitungen und ihre Redakteure wissen offenbar um Namen und Vergangenheit aller Leute in Spitzenpositionen von Politik, Wirtschaft, Presse (in England) und Kultur und sind über viele Zusammenhänge informiert.

Sie hat ein paar erklärte Lieblingsfeinde. Neben der Murdoch- und der Richard "Dirty" Desmond- presse (aber eigentlich der ganzen verlogenen Boulevardpresse) stehen da u. A. CAPITA ("Crapita"), ein PFI-Dienstleister mit haarsträubender Bilanz, Halliburton (Ein Gigant im Waffengeschäft aus den USA, wo US-Vizepräsident Dick Cheny im Vorstand war und der offenbar viel Dreck am Stecken hat) und die SRA (Bahnregulator in England) mit ihrem Vorsitzenden Richard Bowker.

Ganz besonders giftig wird es, wenn es um die vielen "fat cats" in Wirtschaft und Politik geht, die für ihre haarsträubende Arbeit Unsummen einstreichen und ein Unternehmen nach dem anderen abwirtschaften und doch immer wieder auf die Füße fallen. P.E. hat hier ein Motto aufgestellt, was sich in jedem neuen Heft wieder bestätigt: "Nothing succeeds like failure...". Beispiele mit Fakten, Zahlen und Hintergründen finden Sie in jedem Heft.

Die P.E. ist auch kein Freund der Freunde des Irak Krieges und schaut mit viel Mißtrauen sowohl nach Washington wie auch nach Brüssel. Einer ihrer Lieblingsziele ist auch Tony Blair mit seinem legendären "Blue Sky Thinking". So adressiert Pfarrer Rev. T. Blair in jedem Heft in seinen "Parish News" seine Schäfchen, um sie mit sanften Worten auf seinen Kurs zu bringen und sie dazu zu bewegen, auch seinen Herzensfreund Rev. J.W. Bush von der Kirche der "Latter Day Morons" auf seinem Kreuzzug gegen den Satan irgendwo im Irak zu unterstützen.

Die Zeitung ist etwas für den Anspruchsvollen und politisch Interessierten (mit guten Englisch-Kenntnissen), der aber auch seinen Humor noch bei sich trägt und Schneid und Bosheit noch nicht vergessen hat. Die Zeitung ist (bis auf die Cover-Innenseite) werbefrei bis zum Ende des Editorials, erst am Schluss kommen Anzeigen und Werbung). Obwohl immer noch ein Geheimtip nach 40 Jahren ihres Bestehens hat sie viele begeisterte Leser. Sie kommt zweiwöchentlich und ist per Kreditkarte (27 Pfund im Jahr in Europa) auch aus dem Ausland bestellbar.

Wenn sie neugierig auf die Zeitung geworden sind können sie sich die Homepage www.private-eye.co.uk ansehen. Dort sind kleine Teile der "fun-section" mit den Cartoons zu sehen und eine Bestellung ist auch möglich.

 

Aus der letzten Ausgabe (1091) noch ein paar Leckerbissen aus der Witze-Sektion:

 
 
Copyright 2004 Jörg Meschendörfer

 

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